 |
 |
 |
Reuters
11. September 2009
Up Against The Wall
BERLIN As Germany gears up to celebrate the 20th anniversary of the fall of the Berlin Wall, a unique film festival is showcasing five short films about the concrete barrier on TVs in the capital's underground trains.
More than 1.5 million passengers will be able to watch the entries, part of the "Going Underground" short-film festival, during their daily rail commute until September 15.
Organizer Fred Kuhaupt said they asked for entries this year that dealt with the fall of the Berlin Wall and the profound change it brought to eastern Europe 20 years ago.
"It's not easy to deal with this topic in 90 seconds," Kuhaupt told Reuters.
"The films portray the fall of the Wall not just as an historical event but capture the hope people had back then," he said, adding the entries, some animations, others with actors, treat the theme differently.
"Hans im Glueck" (Happy Hans), a critical satire, shows East German Hans crossing the border for the first time to buy a "Brandenburger" beefburger -- a pun on Berlin's Brandenburg Gate, a monument that symbolizes reunited Germany.
The more somber "Der Freimaurer" (The Freemason) shows a man climbing through an opening in the grey concrete wall slabs to a room covered with colorful magazine pictures that in reality hide more grey wall underneath.
The five films will run non-stop on 4,000 monitors on Friday and Saturday night along with 14 other finalists from 10 different countries including Brazil and Israel.
Passengers can vote for their favorite short film on the website www.goingunderground.de.
"Normally we have an award ceremony in a cinema here in Berlin," said Kuhaupt. "But we've had to scale back a bit this year because of the financial crisis. We're going to give out the awards on the underground instead."
(Reporting by Caroline Copley, editing by Paul Casciato)
Berliner Zeitung
19. September 2009
Fische für Seoul
Kleines Quiz für Filmfreunde: Zwei Typen tragen schwarze Sonnenbrillen - welcher Film? Klar, "Blues Brothers". Einer zückt ein Laserschwert? "Star Wars", ist doch klar. Ein Pferd mit Streitwagen? Natürlich "Ben Hur". In diesem Fall ist das Pferd ein Seepferdchen, und auch die Blues Brothers und der Star-Wars-Kämpfer sind Fische, so wie alle Gestalten aus dem Animationswerk "Zehn Filmklassiker gespielt von Fischen". Es ist der Gewinner des Festivals Going Underground, das Kurzfilme prämiert, die sechs Tage lang im U-Bahn-Fernsehen gezeigt wurden. Vom 9. bis 15. September wurden auf den fast 4 000 Monitoren in der U-Bahn, auf denen sonst Werbung und Nachrichten flimmern, 19 Filme gezeigt - immer und immer wieder. 90 Sekunden lang war jedes Werk, und stumm. Die Passagiere waren wie immer die Jury. Insgesamt gaben sie fast 20 000 Stimmen ab, 38,54 Prozent davon entfielen auf "Zehn Filmklassiker gespielt von Fischen" des Bielefelder Regisseurs und Cartoonzeichners Ralph Ruthe, 3 000 Euro erhielt dieser dafür.
Schon möglich, dass Ruthes Fische demnächst auch in der U-Bahn von Seoul zu sehen sind. Going-Underground-Chef Fred Kuhaupt fliegt am Sonntag in die Hauptstadt Südkoreas, um die Filme auf dem dortigen Filmfestival vorzustellen. Schon seit Jahren sucht Kuhaupt nach Partnern, die in ihren Bahnen ebenfalls Fernsehen haben, um Filme auszutauschen - bisher ohne Erfolg. "Immer wieder hieß es mal, dass unser strikter Verzicht auf Ton ein Problem für die Filmemacher ist. In Seoul könnte es ein Vorteil sein", sagt Kuhaupt. "Unsere Filme versteht man auch in der südkoreanischen U-Bahn."
appenzeller.de
02. Februar 05
Schöner U-Bahn fahren
Kinogucken, während rechts die Zeitung raschelt, links ein Discman dudelt und die Zielhaltestelle naht. Heute beginnt "Going Underground 4", das Kurzfilmfestival in den Berliner U-Bahnen. Bis zum 8. Februar kann man sich auf der Internetseite des Berliner Fenster, per SMS, Stimmkarte oder e-Mail an der Kür der drei Besten beteiligen.
Vierzehn Kurzfilme mit jeweils einer Länge von 90 Sekunden - und ohne Ton - haben es in die Auswahl geschafft, und bei knapp einer Millionen Zuschauern am Tag dürften die Macher der Berlinale grün werden vor Neid. Ich werde nicht abstimmen, mein Favorit "Sex and Crime" hat es nicht in die Auswahl geschafft. Die BVG meinte, man könne die Wagons nicht erst ab 18 Jahren freigeben. Pah!
Kurier
07. Februar 2005
Kurzfilmfestival in Berliner U-Bahn
Filmfestival im Untergrund: In den Berliner U-Bahnen läuft ab Mittwoch
bis zum 8. Februar und damit unmittelbar vor der Berlinale das vierte weltweit
einzigartige Kurzfilmfest "Going Underground". Aus mehr als 450 eingereichten
Filmen aus 48 Ländern wurden 14 Filme mit einer maximalen Länge von
90 Sekunden aus zehn Ländern ausgewählt, die täglich etwa 1,6
Millionen Menschen sehen können. Die Kurzfilme werden auf kleinen Bildschirmen
gezeigt, die in den U-Bahnen angebracht sind.
Die Fahrgäste können sich als Jury betätigen und per Stimmcoupon,
Telefon oder auf den Internetseiten http://www.berliner-fenster.de ihre Favoriten
wählen. Dabei gibt es für die Siegerfilme Preise in Höhe von
3.000, 2.000 und 1.000 Euro. Auch den teilnehmenden Zuschauern winken Preise.
Berlinale Breaking News
14.02.2005 um 21:47 Uhr
Fern ab jeglicher Kinos, Menschenmassen und Fotografen, findet ein Festival
statt, welches vielleicht nicht wirklich zur Berlinale gehört, aber mit
seiner ganzen Einfachheit und Banalität ein kleiner aber feiner Tipp für
exotische Cineasten ist.
Der Eintritt kostet einige Leute nichts, der große Rest zahlt höchsten
2€. Es gibt freie Sitzwahl und wahlweise sogar Stehplätze. Über
tragen wird gleichzeitig auf zwei LCD-Displays mit ca. 30cm Durchmesser. Was???
werden vermutlich einige sagen, aber bei dem Festival handelt es sich um das
"Going Underground" Filmspiele.
Wie der Name schon sagt, werden in der Berliner U-Bahn 14 internationale und
nationale Kurzfilme gezeigt. Eine Jury gibt es natürlich auch, die besteht
nämlich aus der gesamten berliner Bevölkerung die sowohl per Telefon
als auch per Internet für ihre Lieblingsfilme abstimmen kann.
Dieses Jahr gehen die ersten drei Plätze an deutsche Produktionen. Der
Sieger ist der wirklich witzig-ironische Kurzfilm "Das Foto" von Sükriye
Dönmez gewonnen.
Die Preisverleihung fand am 10.Februar im Cinestar am Alexanderplatz statt. Wer
noch nicht in den Genuß der Wettbewerbsfilme gekommen ist kann am 24.Februar
in den Rathaus Passagen in Mitte (neben dem Roten Rathaus), alle 14 Festivalfilme
noch einmal sehen.
Wie gesagt, eigentlich hat der Wettbewerb nichts mit der Berlinale an sich
zu tun, sehenswert sind die Kurzfilme aber alle mal.
Tagesspiegel
03. Februar 2005
Kurzfilmfest im Untergrund
Die Wettbewerbsstreifen sind nur in der U-Bahn zu sehen. Die Fahrgäste sind die Jury
Es ist ein alltägliches Großstadtszenario: Die U-Bahn-Waggons sind
überfüllt; trotzdem versucht jeder, möglichst den Blicken der
anderen Fahrgäste auszuweichen. Einige lesen Zeitung, andere schauen lieber
in die dunkle Leere, während die Züge über die unterirdischen
Schienen brettern. Das wollte Fred Kuhaupt, Studioleiter des U-Bahn-Fernsehens
„Berliner Fenster“, ändern. „Ich finde es immer wieder
schlimm, wie viele Fahrgäste in der Bahn einfach nur stumpfsinnig nach
unten starren“, sagt er. Deswegen erfand und organisierte Kuhaupt das
internationale Kurzfilmfest „Going Underground“. Jetzt flimmern
die Beiträge des Wettbewerbs zum vierten Mal über die Bildschirme
der Berliner U-Bahnzüge.Filme und Untergrund sind für Kuhaupt eine
perfekte Verbindung. Denn der 41-Jährige ist nicht nur ein großer
Filmfan, sondern auch ein begeisterter U-Bahnfahrer. „Beides entführt
einen in fremde Welten“, sagt Kuhaupt. Deswegen kam ihm die Idee zu dem
„Going Underground“-Festival schon bald nachdem er im Jahr 1999
damit begonnen hatte, das U-Bahn-Fernsehen „Berliner Fenster“ aufzubauen.
Bis dahin hatte der gebürtige Dortmunder viele Jahre lang in Berlin als
Aufnahmeleiter bei verschiedenen Kinoproduktionen gearbeitet. Im Jahr 2002 feierte
dann „Going Underground“ in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kurzfilmfestival
„Interfilm“ Premiere.Im Anfangsjahr wählte Kuhaupt die 14 Wettbewerbsbeiträge
aus 110 eingereichten Filmen aus 20 Ländern aus. Mittlerweile ist das Festival
bekannter, und viel mehr Filme werden angeboten. Dieses Jahr trafen 452 Filme
aus 48 Ländern bei Kuhaupt und seinem vierköpfigen Team ein. Vorgaben
gibt es kaum. „Die Werke dürfen nur nicht die Länge von 90 Sekunden
überschreiten und sollen ohne Ton, Sex und Gewalt eine richtige Geschichte
erzählen“, sagt Kuhaupt. Jetzt konkurrieren bis zum 8. Februar 14
Real- und Animationsfilme über Autodummies, sprechende Einkaufswagen und
die US-Außenpolitik miteinander. Filmemacher aus zehn Ländern beteiligen
sich am Kurzfilm-Finale. Mit den Streifen will Kuhaupt die Fahrgäste von
ihrem Alltag ablenken. „Vielleicht bringen wir die Leute dazu, sich mit
Wildfremden über die Filme zu unterhalten oder in der Bahn einfach mal
laut zu lachen.“Die Kurzfilme sind bis zum 8. Februar auf allen U-Bahnlinien
zu sehen. So werden täglich zwei verschiedene Beiträge gezeigt, die
im Wechsel mit dem normalen Berliner-Fenster-Programm in der Dauerschleife wiederholt
werden. „Uns haben aber immer wieder Leute angesprochen, weil sie so nie
alle Filme sehen konnten“, sagt Kuhaupt. Deswegen gibt es ab diesem Jahr
auch noch die „Underground Hours“. Täglich zu verschiedenen
Zeiten alle 14 Wettbewerbsfilme. Hinter einander. Ohne Unterbrechung durch Nachrichten
oder Werbung. Welcher Film der beste ist, bestimmen wieder die Fahrgäste.
Als mobile Jury wählen sie im Internet, per Telefon oder Stimmcoupon ihre
Favoriten. 2004 beteiligten sich 14 000 Zuschauer. Die drei Gewinner bekommen
dann den „Going Underground Award“ und Preisgelder in Gesamthöhe
von 6000 Euro. „Viele große Regisseure haben mal mit Kurzfilmen
angefangen“, so Kuhaupt. „Es ist aber schwierig, für Kurzfilme
ein großes Publikum zu bekommen.“ Sein Festival sieht er daher als
Chance für junge Regietalente. „Wo sonst kann ein einziger Kurzfilm
täglich bis zu 1, 6 Millionen Zuschauer haben?“Aliki Nassoufis„Going
Underground“ auf allen Berliner U-Bahnlinien, bis zum 8. Februar, Stimmabgabe
ist per Coupon möglich (im Kulturkaufhaus Dussmann und den Kinos Eiszeit
und Central), per Internet (www.berliner-fenster.de) oder telefonisch (Die Nummern
werden auf den Monitoren eingeblendet).
Berliner Morgenpost
30.01.2004
Berlinale auf Schienen
Going Underground
Für einen kompletten Kinofilm braucht es nicht zwingend zwei Stunden. Da
wird geliebt und gehasst, geträumt und gegruselt - und nach anderthalb
Minuten ist alles gesagt. Ende, aus, zurück zur Werbung. Ein paar Köpfe
senken sich vom Bildschirm an der U-Bahn-Decke ins Nirgendwo, um Sekunden später
erneut die kleine Leinwand abzuscannen.
14 kleine Filme laufen dieser Tage in den U-Bahn-Linien 1, 2, 5, 6, 7, 8 und
9. Vier pro Tag, immer zwei im Vormittags- und zwei im Nachmittags-Programm.
Willkommen bei "Going Underground", dem dritten Kurzfilmfestival in
der Berliner U-Bahn. Lautlos flimmern Katastrophen und Komödien über
den Bildschirm, fantasievoll und originell, wenngleich oftmals unbemerkt vom
hetzenden Publikum.
Wer dennoch den Kopf hebt, kann im Film "Canned Commuter" (Ray Castle)
beobachten, wie eng es in Tokioter U-Bahnen werden kann, lernt in "Fly
me to the moon" (Kraesten Kusk) einen Fahrstuhl kennen, der Wünsche
erfüllt oder erfährt in "Dangle" (Philipp Traill), was passieren
kann, wenn man an einem Seil zieht, das vom Himmel herunterbaumelt.
622 Filme aus 49 Ländern wurden für diese Berlinale auf Schienen eingereicht,
14 davon werden bis 3. Februar in den U-Bahnen gezeigt. Den Wettbewerbssieger
küren die Passagiere: Per Internet (www.berliner-fenster.de) oder Stimmcoupon
(gibt es in Reisemärkten, BVG-Points und BVG-Broschüren im U-Bahnhof)
kann jeder seinen Favoriten benennen und 1000 Euro gewinnen. Der Sieger wird
am 7. Februar in der Urania gekürt.
Kurzfilm-Fans mit Sitzfleisch sollten sich in der Nacht zum 1. Februar mit Popcorn
versorgen und gute Plätze freihalten: Zwischen 24 und 4 Uhr laufen alle
14 Wettbewerbsbeiträge nonstop. Genug Zeit also, kreuz und quer durch die
Stadt zu gondeln, mit eckigen Augen und reichlich neuen Eindrücken.
BZ
26.01.2004
Berlinale in der U-Bahn
Kino in der U-Bahn - das gibt es nur in Berlin! Am 28.1. startet zum dritten
Mal das weltweit einzige Untergrund-Kurzfilmfestival "Going Underground".
Eine Woche lang werden die 14 Streifen über die Monitore des "Berliner
Fensters" flimmern, abwechselnd mit Werbung und den letzten Neuigkeiten
aus der BZ. Insgesamt wurden 622 Kurzfilme aus 49 Ländern eingereicht.
Die Jury bekam bei der Vorauswahl trotzdem keine quadratischen Augen. Denn kein
Film durfte länger als 90 Sekunden sein.
Erstaunlich, was sich zwischen zwei U-Bahnstationen so alles erzählen lässt.
Der Pole Wojtek Wawszczyk lehrt einen Pinguin das Fliegen. Der Däne Kraesten
Kusk lässt einen Zauber-Fahrstuhl Wünsche erfüllen. Der Deutsche
Veit Helmer, Regisseur des Kinofilms "Tor zum Himmel", serviert einer
jungen Frau ein unvergessliches Frühstück. Und wer den Beitrag des
Neuseeländers Ray Castle gesehen hat, wird nie wieder über volle Züge
meckern: Die Mini-Dokumentation zeigt die Zustände in der Tokioter U-Bahn,
wo die Türen nur schließen, nachdem das Service-Personal die Fahrgäste
eigenhändig in die Waggons gestopft hat!
Auch in diesem Jahr sind die Fahrgäste wieder dazu aufgerufen, ihren Favoriten
zu wählen. Wer seine Stimme per Post, E-Mail oder am Telefon abgibt, kann
1000 EUR gewinnen. Am 7.2. werden die besten Filme in der Urania ausgezeichnet.
ur
La Jornada
Tageszeitung, Mexiko City
31.01.04
México D.F. Sábado 31 de enero de 2004
Los usuarios integran el jurado de Going Underground
Realizan festival de cine silente en el Metro de Berlín
ALIA LIRA HARTMANN CORRESPONSAL
Berlin, 30 de enero. Como si no fuera suficiente con la Berlinale y pensando
en los 1.6 millones de personas que a diario se transportan en el Metro berlinés,
por tercer año consecutivo se realiza el Going Underground, festival
de cine que organiza la sección de televisión del U-Bahn de Berlín.
La red del Metro de Berlín cuenta con monitores que funcionan sin volumen
para no molestar a los usuarios, y quien así lo desee simplemente puede
voltear a ver el monitor y durante su viaje informarse de algunos aspectos importantes
sobre la ciudad, actos culturales o noticias.
Fred Kuhaupt, creador del festival, explica a La Jornada los detalles de tan
singular propuesta, única en el mundo.
''Las producciones son cortometrajes que no deben exceder de 90 segundos y la
idea principal es llevar un festival de cine a las personas y no que éstas
vayan a un festival de cine. Tenemos un público numeroso, el cual se
convierte en jurado.
Going Underground no cuenta con jurado especializado, pues los usuarios del
Metro deciden cuál es la película ganadora. Pueden emitir su voto
vía telefónica, por Internet o mediante tarjetas que se envían
por correo.
En el festival de este año -que comenzó el pasado miércoles
y concluirá el 3 de febrero- fueron escogidos 14 cortometrajes para concursar
de un total de 622 participantes de 49 países.
La convocatoria se lanza con meses de anticipación y la decisión
de este año fue especialmente difícil, pues buena parte de las
producciones se pensaron para este festival, en el que comienzan a tomar parte
realizadores de prestigio internacional.
Las películas se proyectan 40 veces cada una a lo largo del día.
Se premian los primeros tres lugares con 3 mil, 2 mil y mil euros, respectivamente,
y el público participante recibe regalos.
Un boleto del Metro que permite atravesar la capital alemana cuesta 2.20 euros
(casi 25 pesos).
Deutsche Welle
Online
8. Februar 2003
Berliners who ride the U-Bahn are both audience and jury of 'Going Underground',
a week-long film festival.
Prolonged eye-contact being somewhat of a the no-no on Berlin's subway, the U-Bahn,
the socially conscious rider sometimes wonders where to look during the underground
commute.
Video monitors set up by the Berliner Fenster – "Berlin Window"
in English – provide some relief, running short silent news briefs with
sport and weather. Delightful at first glance, but boring after long.
Back to staring at that gorgeous... well, now she's looked back.
But at last there's a solution to this monotonous ride – Going Underground,
a rolling festival of "ultra short" 90-second silent films, playing
on those same monitors through Wednesday on the capital’s 6, 7, 8 and 9
lines.
It’s billed as the world’s first subway-film-festival, and riders
are both the audience and jury – invited to vote for their favorite by SMS
or online at the festival's website.
Eye-catching
With 14 films in all, billed as "exceptional" by organizers at Interfilm
Berlin and Berliner Fenster, the entries offer plenty of variety – from
video clips to animated flicks, blunt comedy to subtle social comment. All despite
the fact that the films are silent.
The only question is whether everyone will see them all in time for Wednesday’s
voting-deadline. Organizers expect a daily audience of a million riders, but they’ll
need luck to catch the festival’s full fare.
In one animated entry from Hungary, "Western", two cowboys stand off
in a desert wasteland, fingers twitching at their holsters. The viewer expects
a shootout. But then by a trick in perspective, one cowboy squashes the other
under his boot. The end.
Meanwhile a video from Germany, called "Fahrgemeinschaft" (Riding Community),
explicitly challenges the audience’s social comfort zone. It starts with
two riders, a young man and woman, boarding the U-Bahn and sitting down to kiss
with passion and glee. Other riders look at the uninhibited couple and then at
each other with various degrees of acceptance and sympathy. They stare, roll their
eyes, grin or tentatively caress.
After watching that film, removing one’s eyes from the monitor and looking
again at the real riding community, one wonders even more about the awkward consequence
of staring at strangers.
Berliner Zeitung
6. Februar 2002
Schöner U-Bahn fahren
Going Underground: Das Kurzfilmfestival beginnt.
Wer verzichtet schon ungerührt auf das Ende eines Films? Solche Gedanken
macht man sich bei "Going Underground", dem weltweit einmaligen Kurzfilmfestival.
Ab Freitag wird in der Berliner U-Bahn wieder ein Publikum bedient, das immer
auf dem Sprung ist.
Kinogucken, während rechts die Zeitung raschelt, links ein Discman dudelt
und die Zielhaltestelle naht - kann das gehen? Ja, es kann. Initiator Fred Kuhaupt
vom "Berliner Fenster", dem Doppelmonitor mit Info-Häppchen in
der U-Bahn, hat das bereits vergangenes Jahr bewiesen. Gemeinsam mit dem Berliner
Kurzfilmverleih Interfilm startete er da den ersten Durchlauf des kuriosen Filmevents,
bei dem die Besucher nur zufällig vor Ort sind.
Innerhalb weniger Wochen nach der Ausschreibung kamen damals rund 100 Kurzfilme
aus aller Welt zusammen. Die Beiträge mussten nicht nur sehr kurz sein, sondern
auch ohne Ton funktionieren. Inhaltlich war dagegen alles erlaubt, vom Sketch
bis zum abstrakten Trickfilm - allein "Sex and Crime" war unerwünscht:
Schließlich können die Wagons nicht erst ab 18 freigegeben werden.
Etwa eine Million Zuschauer verbuchte "Going Underground" pro Tag, 10
000 Fahrgäste beteiligten sich per SMS, Stimmkarte oder E-Mail an der Kür
der drei Besten: ein Publikumszuspruch, von dem die Kurzfilmszene sonst nur träumen
kann.
In diesem Jahr haben sogar 700 Jungregisseure zwischen Berlin und Korea ihre Beiträge
eingereicht. 14 schafften es in den Wettbewerb. Dabei beweisen die Auserwählten,
dass 90 Sekunden reichlich Zeit bieten für zutiefst Romantisches, Komisches,
Groteskes - großes Kino eben. Wer es da wagt, die U-Bahn vor dem Showdown
oder der Pointe zu verlassen, muss eiskalt sein. (Ulrike Rechel)
taz Berlin
30.1.2003
Da lässt man doch das Auto stehen
Könnten 14 gute Gründe für den ÖPNV sein: So viele Kurzfilme
gibt es mit "Going Underground" beim U-Bahn-Fahren zu sehen
Ein Rätsel: Jeden Tag ab vier Uhr morgens sendet es und verkündet das
Neueste aus Berlin und der Welt. Nebenbei arbeitet es als Werbeplattform, verlost
auch hin und wieder Konzertkarten. Das "Berliner Fenster". Noch nie
gehört? Wahrgenommen aber haben es wohl die meisten Teilnehmer des Berliner
Untergrundsausens schon mal. Es handelt sich hierbei um die Zwillingsmonitore,
die an der Decke der U-Bahnen installiert sind.
Nach knapp drei Jahren auf Sendung schauen die Fahrgäste aber eher aus den
Augenwinkeln zu den stummen Videoscreens auf. Na ja. Fast. Wenn die aktuelle Wetterlage
verkündet wird, schenkt man dem Monitor doch wieder die ganze Beachtung.
Übers Wetter redet man schließlich immer gern. Und über Filme
eigentlich auch. Meist handelt es sich dabei um die Hollywood-Ware, während
Kurzfilme eher übersehen werden. Zu Unrecht. Getreu dem Motto "Kommen
die Leute nicht zum Kino, kommt das Kino zu den Leuten" beginnt am Freitag
der zweite Durchlauf des Kurzfilmfestivals in der U-Bahn "Going Underground".
Bis zum 6. Februar werden auf den U-Bahn-Linien im "Berliner Fenster"
14 Kurzfilme präsentiert, und die Fahrgäste dürfen ihren Favoriten
wählen. Vor Ort geht das gleich mit SMS. Ansonsten stimmt man via Internet,
per Stimmzettel oder ganz old-school mit Postkarte ab.
Bei der Produktion ihrer Beiträge mussten die Regisseure schon darauf schauen,
dass der Film auch in die Wegstrecke zwischen zwei Stationen passt. 90 Sekunden
ist die Maximallänge, und Ton gibt es natürlich auch nicht. Täglich
sind vier Filme zu sehen, und los geht es mit dem Festival am morgigen Freitag
unter anderem mit "The Frogs & The Princess", einer animierten Variante
der Froschkönig-ErA?g?Ð???I?m?????ng mit überraschender Wendung. So macht
auch U-Bahn-Fahren wieder Spaß. Selbst der Walkman muss nicht abgenommen
werden. " TBzählung mit überraschender Wendung. So macht
auch U-Bahn-Fahren wieder Spaß. Selbst der Walkman muss nicht abgenommen
werden. " TB
Rheinischer Merkur
6. Februar 2003
U-BAHN-KINO
Vierzehn Stummfilme und ein Millionenpublikum
Festival im Untergrund
Die Berliner Verkehrsbetriebe leisten sich einen Kinowettbewerb der ganz besonderen
Art. Die Jury – das sind die Fahrgäste.
Autor: HANS-JOACHIM NEUBAUER
Der Raum ist dämmrig, fast dunkel; ruhig schweift der Blick über ein
Schränkchen, ein Bett, über Geräte, Flaschen, Infusionen: ein Krankenzimmer.
Auf einem Monitor flackert die Kurve der Herzfrequenz; als sie aussetzt, erwacht
der Patient, blickt auf den Bildschirm und liest entsetzt: „Zum Weitermachen
bitte Geldstück einwerfen“. Ohne Kleingeld Exitus. Wer aber nimmt schon
seine Geldbörse mit auf die Intensivstation?
Die makabre Szene ist einer der Kurzfilme, mit denen das wohl größte
deutsche Filmfestival seit einigen Tagen das Berliner Publikum unterhält:
„Going Underground“. Der Titel ist Programm: Denn tatsächlich
laufen die 14 Filme des Festivals nicht in Kinosälen, sondern auf 4000 in
der Berliner U-Bahn installierten Doppelmonitoren. Seit Juli 2000 wird dort das
„Berliner Fenster“ ausgestrahlt, eine stumme Mischung aus Nachrichten,
Kulturtipps, Werbung und kurzen Magazinbeiträgen. Inzwischen sind 1000 Waggons
mit der komplizierten Technik ausgestattet. Eine Woche lang dient all das ganz
der Kunst – als größtes bewegliches Simultankino der Welt.
An solche Superlative denkt Fred Kuhaupt wenig: Eher bescheiden erzählt der
Studioleiter des „Berliner Fensters“ die Erfolgsgeschichte von „Going
Underground“. Gemeinsam mit Markus Liske von der Interfilm, dem bekannten
Berliner Kurzfilmfestival, hat er die U-Bahn-Show konzipiert. Mit Erfolg: Nach
dem Pilotfestival im letzten Jahr haben nun 700 Filmemacher aus 55 Ländern
ihre Kurzwerke an die ambitionierten Veranstalter geschickt. Vier Juroren haben
diese Filmflut gesichtet und schließlich die Beiträge für die
Endrunde in der U-Bahn ausgewählt. Realfilme wie Oliver Schnekenbühls
Minidrama aus der Intensivstation, Animationsfilme wie die mit 30 Sekunden kürzeste
Romeo-und-Julia-Adaption der Filmgeschichte durch Samuli Valkama und Tapio Schulz
aus Finnland und schließlich ganz „klassische“ Zeichentrickfilme
wie das augenzwinkernde Nachbarschaftsdrama „Sofa“ der in Deutschland
lebenden Koreanerin Hyekung Jung.
Alle diese Filme müssen ein ganzes Bündel von Voraussetzungen erfüllen.
Wie der öffentliche Raum seine eigenen sozialen Regeln hat, so erfordert
die besondere Vorführsituation eigene ästhetische Wirkungsgesetze. Nur
Stummfilme, die nicht länger als 90 Sekunden sind und weder Sex noch Gewalt
zeigen, können zum Wettbewerb zugelassen werden.
Denn anders als im Kino lässt sich das Publikum in der U-Bahn unmöglich
begrenzen: Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene, Einheimische und Gäste
sehen, was die internationale Kurzfilmszene in die U-Bahn bringt. So ist „Going
Underground“ tatsächlich ein Festival für alle – oder zumindest
für sehr viele. Wenn nur 20 Fahrgäste pro Waggon hingucken, findet jeder
Film ein Publikum von 20 000 Zuschauern – pro Vorstellung. Da jeder Film
jedoch an zwei Tagen insgesamt 80 Mal läuft, erblicken ihn also 1,6 Millionen
Augenpaare, eine Anzahl, die von der nun beginnenden Berlinale schwerlich überboten
werden dürfte.
Doch den Veranstaltern geht es weniger um Quantität als um Qualität.
Und so liegt Fred Kuhaupt eine weitere, eher dramaturgische Auswahlbedingung besonders
am Herzen: „Wir wollen Geschichten, und seien sie noch so kurz“, sagt
er bestimmt und fügt hinzu: „Was uns und das Publikum nicht interessiert,
das sind Werbespots und ihre Persiflagen!“
Offenbar war dies die entscheidende Forderung, denn die Filme von „Going
Underground“ bieten wirklich, was man nirgends so vermisst wie im sozialen
Abseits der U-Bahn: anspruchsvolle Unterhaltung und intelligentes Amüsement.
Nun ist es an den Berliner U-Bahn-Kunden, per E-Mail, SMS oder mit Stimmkarten
den Gewinner des Festivals zu küren. Bei der Preisverleihung in der Berliner
Urania können sie dann am Samstag das ganze Programm noch einmal im Zusammenhang
sehen – und hören. Wenn auch die typischen Metro-Geräusche dort
dann leider fehlen: Dafür hat der Filmmusiker Stephan von Bothmer eine Filmmusik
komponiert, die dort zur Uraufführung kommt. Danach ist sie wieder einmal
für ein Jahr vorbei, die schöne, goldene Zeit des Stummfilms.
Tagesschau
08.02.2002
„Going Underground“: Preisträger des U-Bahn-Film-Festivals stehen fest
Die Preisträger des weltweit ersten Filmfestivals in der U-Bahn stehen fest.
Bei dem Festival "Going Underground" in Berlin waren 14 Kurzfilme aus
dem In- und Ausland zu sehen. Das Besondere: Die Filme liefen vom 31. Januar bis
6. Februar im "Berliner Fenster" - dem Fernsehinformationssystem in
den Zügen von vier U-Bahnlinien der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Wie die Veranstalter mitteilten, hatten täglich eine Million Menschen die
Möglichkeit, die 90-Sekunden-Filme zu begutachten und per SMS ihren Lieblingsfilm
zu wählen. Die drei so ermittelten Siegerfilme werden am Sonntag in der Berliner
Akademie der Künste gezeigt, wo auch die Preise verliehen werden.
Mit 21,6 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann "Fahrgemeinschaft",
ein deutscher Film der Regisseurin Angelika Perdelwitz, in der ein knutschendes
Pärchen in der U-Bahn interessante Reaktionen der Mitfahrenden auslöst.
Knapp dahinter folgte mit 20,4 Prozent der Film "Look out" des israelischen
Regisseurs Ido Vaginsky. "Look out" zeigt originelle Möglichkeiten,
die Zeitung des Gegenübers zu lesen.
Den dritten Platz belegt mit 16,2 Prozent der Animationsfilm "Das hungrige
Brötchen". Dieser deutsche Film von Jürgen Haas zeigt eine völlig
neue Frühstückssituation, in der ein hungriges Brötchen die Idylle
des Frühstückstisches förmlich auffrisst.
"Die gesamte Aktion war ein Riesenerfolg, auf so eine starke Beteiligung
seitens der Fahrgäste hatte ich nicht zu hoffen gewagt", sagte Fred
Kuhaupt, der die Idee für das Kurzfilmfestival hatte. Immerhin 11.065 Filmfans
nahmen an der Abstimmung teil.
TAZ
08.02.2002
Kommt zusammen
Revolution Nummer 6 und Nummer 9: Das Kurzfilmfestival "Going Underground"
im "Berliner Fenster" der U-Bahn
Revolutionäre Umbrüche werden stets im Untergrund vorbereitet. Zunächst
gilt es, die Basis zu unterlaufen, und wenn erst der Sockel wackelt, kippt bald
das ganze System. In diesem Sinne kommt dem heute anlaufenden, ersten U-Bahn-Festival
"Going Underground" eine doppelte Bedeutung zu: Man agiert im Untergrund,
also in der U-Bahn, um somit dem Kurzfilm, der seit Jahren sein kümmerliches
Dasein in der Kinowelt fristet, wieder einen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung
zu verschaffen.
Ein Freiheitskampf, für den sich Heinz Herrmanns und seine "interfilm"-
Festivalcrew bereits seit über 20 Jahren unermüdlich ins Zeug legen.
Und das nicht umsonst. Das Festival hat sich mittlerweile international etabliert,
nur dem gemeinen Berliner ist "interfilm" noch immer kaum ein Begriff.
Um so mehr scheint es, als seien die lokalen Medien mit einer Festival-Berichterstattung
pro Jahr schon überfordert. Vierzehn kurze Filme, davon jeweils zwei im Block,
laufen ab heute auf den U-Bahn-Linien 6 bis 9 im Wettbewerb. Die Gewinner bestimmt
allein das Fahrgastpublikum. Gezeigt werden Kurzstücke für die besonders
Eiligen - Höchstlaufzeit 90 Sekunden, ein Quickie also, oder auch: ein kleiner
Moment über das große Glück.
Ein Pärchen stolpert liebestrunken durch die voll besetzte U-Bahn: leidenschaftliche
Küsse, tiefe Blicke, Streicheleinheiten. Die anderen Fahrgäste, zunächst
völlig verstört von so viel Zärtlichkeit im öffentlichen Nahverkehr,
lassen sich nach und nach anstecken, rücken zusammen, zwinkern einander zu,
lächeln. "Fahrgemeinschaft" von Angelika Perdelwitz erzählt
von der Liebe in den Zeiten der Berührungsangst, ohne Worte, dafür mit
viel, viel Gefühl.
Ganz ohne Ton laufen auch alle anderen Beiträge über die Doppelmonitore,
selbst wenn sie ursprünglich zum Teil als Musik- oder Tonfilm konzipiert
waren. Stumm, aber nicht sprachlos, erzählen die Filme zumeist kuriose, pointierte
Geschichten, die dramaturgisch und technisch durchaus mit dem derzeitigen Kinoangebot
konkurrieren können. Auffällig ist die Bandbreite der diversen Tricktechniken.
Mit deren Hilfe kann der Kinderfilm "Das hungrige Brötchen" von
Jürgen Haas zeigen, wie eine gefräßige Plastilinschrippe einen
kompletten Frühstückstisch samt Tischtuch verschlingt, während
der italienische Beitrag "The Glubber" per Computeranimation einen Monster
zerquetschenden Kampf inszeniert. In Ansgar Ahlers "Covered With Chocolate"
zieht gar ein Haufen animierter Schaumküsse gegen Intoleranz und Rassismus
ins Feld.
Das herrlich groteske kleine Kunststück "Look Out" macht deutlich:
Schwärzer noch als der britische kann mitunter der russische Humor geraten.
Ein halbblindes Väterchen nervt sein Zeitung lesendes Gegenüber im Zugabteil
und bedient sich der absurdesten Mittel und Wege, um an die begehrten Informationen
zu gelangen. Vergeblich. Am Ende heißt es: Gebiss schlägt Auge. Ido
Vaginsky und Angelika Perdelwitz haben ihre Filme dem Medium in seiner Umgebung
angepasst, auch wenn ein ortsspezifisches U-Bahn-Thema bei "Going Underground"
nicht zwingend vorgegeben war.
Vielmehr hatten die Festivalmacher wohl darauf zu achten, dass alle Wettbewerbsbeiträge
auch den kleinsten Cineasten erlaubt sein müssen: Nicht alles, was kurz ist,
ist Kunst. Und längst nicht alles, was Kunst ist, ist auch kindertauglich.
Seinen persönlichen Lieblingsquickie darf aber schließlich jeder Fahrgast
wählen. Am einfachsten funktioniert das mit einem SMS-tauglichen Mobiltelefon.
Allen anderen bleibt noch das Voting übers Internet. Die Zukunft des Kurzfilms
scheint multimedial. Also keine Frage: Revolution.
PAMELA JAHN
|
| |
|
|
 |
|